Ergreifendes Schauspiel unter Sternenhimmel hielt die zahlreichen Zuschauer in Bann
Weit über den Berg hinaus schallten die Jedermann Rufe letzte Woche in den Aufführungen des Theaterklassikers. Unter der Regie von Gerhard Mariani begeisterten über 60 Darsteller – in fast derselben Besetzung wie letztes Jahr – die Zuschauer in einer mitreißenden und ausdrucksstarken Aufführung.
Das Stück wurde vom Autorenteam Kurt Knecht, Gerhard Mariani und Hans Sturn in den Rankweiler Dialekt übertragen. Der trockene, alemannische Humor wird gelungen eingesetzt und verleiht dem Stück extra Pointen, die die Zuschauer sichtlich genossen. Die Inszenierung besticht im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne, was auch durch die markanten Kostüme unterstrichen wird.
Schauspielerische Meisterleistungen
Christian Urban überzeugte als facettenreicher Jedermann. „Dieses Jahr sind wir losgelöster vom Text. Wir können uns mehr dem Ausdruck und der Interaktion untereinander widmen.“ Dies beweist auch Judith Wölfle als gekonnt kokette Buhlschaft.
Ergreifend verkörperten Jürgen Frick und Werner Ketterer die Schicksale des armen Nachbarn und des Schuldners. Sarkasmus prägte die von Manfred Kräutler gespielte Rolle des Mammon, mit viel Witz interpretierte Harald Keckeis einen schrillen Teufel.
Besonders ausdrucksstark waren auch Selly Frick in der Rolle der Mutter, Angelika Kerschhaggl-Linder als Glaube und Eva Scharinger als Werke. Bravourös meisterte auch Nikolaus Ess - als einziger neu im Team - die Rolle des Freundes. „Von Laienschauspielern kann hier keine Rede mehr sein“, resümieren die zufriedenen Veranstalter, Marktgemeinde und Pfarre Rankweil.
Einzigartiges Ambiente
Die eindrucksvolle Kulisse der Basilika kam durch die kunstvolle Beleuchtung von Martin Beck und Haig Avedikian sowie ein passendes Bühnenbild von Hugo Ender voll zur Geltung. Die schallenden Jedermann Rufe sowie das imposante Ertönen der Kirchenorgel im Wechsel mit Rockgitarreneinlagen machten den Abend zu einem besonderen Klangerlebnis.